Ist ein Nachfolger gefunden, gibt es einige Punkte zu beachten. Man spricht hier von Gestaltungselementen im Übergabeprozess.

Die detaillierte Darstellung aller übergaberelevanten Rechtsgebiete ist äußerst komplex. Der Fachkräftewegweiser konzentriert sich deshalb ausschließlich auf die zentralen Fragen der rechtlichen Ausgestaltung der Übergabe in Form eines Gesamtverkaufs des Unternehmens oder in Form des Verkaufs von Betriebsanteilen sowie auf die arbeitsrechtlichen und mitbestimmungspflichtigen Aspekte, die sich aus § 613a BGB beziehungsweise §§ 111ff BetrVG ergeben, da diese bisher in der gängigen Literatur zur Unternehmensübergabe kaum beschrieben sind (S. 177-194).

Älterer Geschäftsmann legt einem jüngeren wohlwollend die Hand auf die Schulter.
Auf ein Wort: Regelmäßige Gespräche und eine offene Kommunikationskultur in der Phase der Übergabe können Spannungen vermeiden. ©Fotolia.com/iceteaimages

Rechtliche und betriebswirtschaftliche Elemente

Folgende Rechtgebiete spielen im Übergabeprozess eine besondere Rolle:

  • Erbrecht
  • Eheliches Güterrecht/Ehevertrag
  • Gesellschaftsrecht und Gewerberecht
  • Übergabevertrag bei Unternehmensverkauf
  • Haftungsregelungen bei Betriebsübernahme
  • Steuerrecht
  • Arbeits- und Sozialrecht

Als Formen des Betriebsübergangs stellt der Fachkräftewegweiser Share Deal und Asset Deal gegenüber (S. 178-180). Er beinhaltet sowohl eine Begriffsdefinition der beiden Übergabe Varianten, als auch eine übersichtliche Aufstellung der Vor- und Nachteile.

Phasen und Aktivitäten zur Gestaltung des Übergabeprozesses

Gesellschaftsanteile können auch verdeckt übergeben werden. Im Übergabeprozess müssen dagegen verschiedene Teilnehmer rechtzeitig eingebunden werden.

Dazu gehören:

  • Hausbank
  • Mitarbeiter
  • Lieferanten
  • Kunden
  • Geschäftspartner

Umsetzung des Übergabekonzepts

Der Übergabeprozess ist ein Gemeinschaftsprojekt. Ein gemeinsames Übergabekonzept macht daher Sinn. Entscheidend ist, dass Übergeber und Übernehmer an einem Strang ziehen. Im Sinne des Unternehmens sind Kompromisse gefragt.

Was in den gemeinsamen Verhandlungen zu klären ist? Auf Seite 186 des Fachkräftewegweisers finden Sie die wichtigsten Fragen. Außerdem erfahren welche Informationen der Übergeber dem Unternehmer zur Verfügung stellen sollte (S. 186-187).

Übergabefahrplan erstellen

Ein Übergabefahrplan regelt, wann und wie Managementfunktionen und Eigentum auf den Nachfolger übertragen werden. Außerdem definiert er, welche Investitionen vorzunehmen sind und ob organisatorische Veränderungen nötig sind. Auch die Personalstruktur sollte hier noch einmal betrachtet werden.

Einen Vorschlag zur Aufstellung eines Übergabefahrplans finden Sie im Fachkräftewegweiser (S. 189-190), eine Grafik hilft an dieser Stelle bei der Visualisierung.

Bestehende Arbeitsverhältnisse im Übergabeprozess

Ob bestehende Arbeitsverhältnisse auf den Käufer übergehen hängt nicht nur von den Vereinbarungen der Vertragsparteien ab. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, ob durch den Vertrag ein Betrieb bzw. eine wirtschaftliche Einheit übergeht. Rechtlich handelt es sich dabei um einen Betriebsübergang nach § 613a BGB.

Im Fachkräftewegweiser erfahren Sie mehr über die Inhalte dieses Paragraphen und seine Bedeutung für den Übergabeprozess (S. 181). Außerdem erläutert der Fachkräftewegweiser §§ 111 ff des Betriebsverfassungsgesetzes, die sich v.a. mit der Frage der Mitbestimmung auseinander setzen (S. 182-183).

Unternehmenswert ermitteln

Der Unternehmenswert basiert auf einem bestimmten Prozentsatz des Umsatzes. Dieser Prozentsatz schwankt im Lauf der Zeit – abhängig von der konjunkturellen Lage einer Branche. Es gibt kein einheitliches Verfahren zur Ermittlung des Unternehmenswerts das auf alle Unternehmen und Branchen angewendet werden kann.

In der Regel entspricht auch der Verkaufswert eines Unternehmens nicht dem Unternehmenswert. Er ist vielmehr abhängig von Angebot und Nachfrage nach Unternehmen im entsprechenden Wirtschaftsbereich und vom Verhandlungsgeschickt der Vertragspartner.

Im Fachkräftewegweiser finden Sie eine übersichtliche Darstellung der unterschiedlichen Verfahren zur Ermittlung des Unternehmenswerts (S. 184).

Sie alle haben unterschiedliche Ansprüche. Regelmäßige Gespräche und eine offene Kommunikationskultur ermöglichen eine reibungslose Planung und Umsetzung des Übergabeprozesses.

Der Fachkräftewegweiser informiert, welche Phasen welche Phasen und Aktivitäten im Verlauf des Übergabeprozesses zu berücksichtigen sind (S. 185).

Kommunikationsprobleme lösen: Coaching & Mediation

Auf den Seiten 188 und 189 erklärt der Fachkräftewegweiser, was Coaching und Mediation sind und wie sie sich voneinander unterscheiden. Außerdem liefert er Informationen zu Coachingprogrammen in Bayern.

Nachfolger einarbeiten: Begleitung der Übergabe

Der Nachfolger hat mehr Zeit sich einzuarbeiten, wenn die Übergabe schrittweise erfolgt. Zudem profitiert er vom Wissen und den Erfahrungen seines Vorgängers. Gleichzeitig kostet ein solches Vorgehen viel Zeit und ist teilweise auch mit Akzeptanz- und Autoritätsproblemen verbunden. In jedem Fall sollten der Übergebende und der Übernehmende den Einarbeitungsplan miteinander abstimmen.

Eine nützliche Checkliste hierfür finden Sie im Fachkräftewegweiser (S. 191). Der Wegweiser beinhaltet außerdem die Kontaktadressen vieler Beratungsstellen für den Übernehmenden.

Eignung des Nachfolgers überprüfen

Es gibt kein Geheimrezept, um die Eignung eines Nachfolgers zu überprüfen.  Einige Erfolgskriterien lassen sich allerdings definieren. Im Fachkräftewegweiser finden Sie eine Übersicht (S. 192).

Wichtig ist zudem, dass der Übernehmende auf die Erfahrungen, das Know-How und das Netzwerk seines Vorgängers zurückgreifen kann. Der Übergebende kann hierzu die Rolle eines Coachs oder Mentors übernehmen (S. 192-193).

Weitere Informationen

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