In Bayern arbeiten

Sie können sich vorstellen, in Bayern zu leben und zu arbeiten – jetzt müssen Sie noch wissen, welche Regelungen das Arbeits- und Aufenthaltsrecht für Sie vorsieht, wenn Sie nach Deutschland einreisen möchten. Hier erhalten Sie einen ersten Überblick.

Eine Frau hält lächelnd einer Dame am Schalter ihren Pass entgegen.
Je nachdem aus welchem Land Sie kommen, müssen Sie unterschiedliche Bestimmungen erfüllen, bevor Sie nach Bayern einreisen und dann auch hier arbeiten können. © iStockphoto.com/Neustockimages

Beschäftigung von geflüchteten Menschen

Im Wettbewerb um Fachkräfte und Auszubildende lohnt es sich, neue Wege zu gehen. Dazu gehört auch, die Potenziale von geflüchteten Menschen stärker in den Blick zu nehmen.

Hier erhalten Sie Informationen über die Personenkreise und Beschäftigungsmöglichkeiten.

Infoblatt Potential nutzen - geflüchtete Menschen beschäftigen

Eine erste Anlaufstelle: MigraNet-Zuwanderungsberatung

Die Zuwanderungsberatung des bayerischen IQ-Netzwerks bietet individuelle Beratung und Unterstützung in Fragen zu Visa und Aufenthalt, Arbeitsmarktzugang und Mangelberufen. Sie richtet sich an Personen, die eine Erwerbstätigkeit, ein Studium oder eine Weiterbildung in Deutschland aufnehmen wollen sowie an interessierte Arbeitgeber und Multiplikatoren. Die Beratung ist per E-Mail, Telefon oder persönlich auf Deutsch, Englisch und Spanisch möglich, weitere Sprachen auf Anfrage.

Kontakt:
Tür an Tür Integrationsprojekte GmbH
Zuwanderungsberatung
IQ-Landesnetzwerk Bayern
Wertachstraße 29
86153 Augsburg

Tel.: +49 (0)821 90 799-66 (Di: 10-12 Uhr/ Do: 13-15 Uhr)
Fax: +49 (0)821 90 799 11
immigration(at)tuerantuer.de

Nähere Informationen über die Zuwanderungsberatung finden Sie auf der Homepage und dem Flyer von migranet.

Hotline für internationale Fachkräfte

Die Bundesregierung bietet mit dieser Hotline ein umfassendes, mehrsprachiges Beratungsangebot zu Fragen der Zuwanderung und Integration.

Zugewanderte und zuwanderungsinteressierte Fachkräfte, Studierende und Auszubildende erhalten unter der Telefonnummer +49 (0)30-1815-1111 eine persönliche Beratung zu den Themen Einreise und Aufenthalt, Deutsch lernen, Arbeitssuche sowie zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse.

Sie sind EU-Bürger oder Bürger aus der Schweiz, Liechtenstein, Norwegen oder Island

Als EU-Bürger benötigen Sie für die Einreise nach Deutschland weder ein Visum, noch müssen Sie eine Aufenthalts- oder Arbeitserlaubnis beantragen. Sie können in Bayern jederzeit arbeiten. Das gilt auch für Staatsangehörige Norwegens, Islands, Liechtensteins und der Schweiz.

Sie sind Bürger aus Bulgarien, Rumänien oder Kroatien

Staatsangehörige Rumäniens, Bulgariens und Kroatiens müssen in bestimmten Fällen zur Zeit noch eine gesonderte Genehmigung bei der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit beantragen, um in Deutschland arbeiten zu dürfen. Ausnahmen gelten vor allem für Personen, die eine Hochschulausbildung haben und und eine dieser Qualifikation entsprechende Arbeitsstelle annehmen möchten, sowie für ihre freizügigkeitsberechtigten Familienangehörigen. Außerdem benötigen Sie dann keine Arbeitserlaubnis, wenn Sie eine betriebliche Berufsausbildung in Deutschland beginnen möchten.

Sie sind Bürger aus einem anderen Land

Für Menschen aus allen anderen Staaten gilt: Sie benötigen einen Aufenthaltstitel, der Ihnen ausdrücklich erlaubt, in Deutschland zu arbeiten.

Es gibt nach dem Aufenthaltsgesetz folgende Aufenthaltstitel (Stand August 2013):

  • Ein Visum
  • Eine Aufenthaltserlaubnis (ein befristeter Aufenthaltstitel)
  • Eine Blaue Karte EU (ein befristeter Aufenthaltstitel für Hochqualifizierte)
  • Eine Niederlassungserlaubnis (ein unbefristeter Aufenthaltstitel, der Sie berechtigt, zu arbeiten)
  • Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG (ein unbefristeter Aufenthaltstitel, mit dem Sie arbeiten dürfen; Sie können Ihn beantragen, wenn Sie fünf Jahre rechtmäßig in Deutschland gelebt haben)

Informationen zu den einzelnen Aufenthaltstiteln finden Sie hier.

Die Blaue Karte EU

Zum 1. August 2012 hat Deutschland einen neuen Aufenthaltstitel, die Blaue Karte EU, eingeführt.
Diese können Sie erhalten, wenn Sie einen

  • deutschen Hochschulabschluss,
  • einen anerkannten ausländischen Hochschulabschluss,
  • einen ausländischen Hochschulabschluss, der mit einem deutschen vergleichbar ist

besitzen und

  • bei der Ihnen angebotenen Arbeitsstelle ein bestimmtes Mindestgehalt erreichen.

Die aktuell gültigen Gehaltsgrenzen finden Sie hier.
Eine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit ist hier oft nicht erforderlich.

Ansprechpartner und Anlaufstellen

Auswärtiges Amt
Hier erhalten Sie weitere Informationen bei der Auslandsvertretung der Bundesrepublik Deutschland in Ihrem Heimatland und beim Auswärtigen Amt
Auswärtiges Amt - Visabestimmungen
Hier erhalten Sie allgemeine Informationen zu den Visabestimmungen
Auswärtiges Amt - Auflistung
Hier finden Sie eine Auflistung, welche Staatsangehörige für die Einreise nach Deutschland ein Visum benötigen
Ausländerbehörde
Wenn Sie bereits wissen, in welcher deutschen Stadt oder Gemeinde Sie leben möchten, können Sie sich direkt an die für Sie zuständige Ausländerbehörde (zuständig jeweils für eine kreisfreie Stadt oder einen Landkreis) wenden

Zum 1. Juli 2013 hat Deutschland weitere Erleichterungen bei der Zuwanderung beschlossen. So können auch Facharbeiter aus Nicht-EU-Staaten nach Deutschland kommen, wenn

  • die Gleichwertigkeit der ausländischen Berufsausbildung von der zuständigen Stelle fest-gestellt wurde (weitere Informationen finden Sie hier).
  • ein Arbeitsplatz oder ein verbindliches Angebot in Deutschland vorliegt.
  • Fachkräfte mit diesem Beruf auf dem deutschen Arbeitsmarkt fehlen. Diese  Berufe sind auf der sogenannten „Positivliste" der Bundesagentur für Arbeit  aufgeführt.

Vor der Einreise

Wenn Sie in Deutschland arbeiten möchten, benötigen Sie für die Einreise in der Regel ein Visum, das Sie bei der deutschen Auslandsvertretung (Botschaft, Generalkonsulat) in Ihrem Heimatland beantragen können.

Sie benötigen kein Visum, wenn Sie zum Beispiel aus einem der folgenden Länder kommen:

  • Australien
  • Israel
  • Japan
  • Kanada
  • Neuseeland
  • Republik Korea
  • USA

Sie können sich dann direkt an die für Sie zuständige Ausländerbehörde wenden.

Wenn Sie das Visum beantragen, sollten Sie bereits ein konkretes Arbeitsangebot vorlegen können. Eine Ausnahme sind Hochschulabsolventen: Sie können auch ein Visum zur Arbeitsplatzsuche beantragen.

 

Nach der Einreise

Sobald Sie in Deutschland angekommen sind, müssen Sie bei der örtlichen Ausländerbehörde einen Aufenthaltstitel, also zum Beispiel eine Aufenthaltserlaubnis oder eine Blaue Karte EU beantragen, sofern Sie nicht mit einem Visum eingereist sind, das den gesamten geplanten Aufenthalt abdeckt.

Die Ausländerbehörde kümmert sich um die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit. Sie brauchen sich also nicht an beide Behörden, sondern nur an die Ausländerbehörde zu wenden.

Migration-Check, Merkblätter und weitere Informationen:

"Make it in Germany" ist das offizielle mehrsprachige Onlineportal für internationale Fachkräfte. Es informiert Zuwanderungsinteressierte, wie sie ihren Weg nach Deutschland erfolgreich gestalten können – von den Vorbereitungen im Herkunftsland bis zur Ankunft und den ersten Schritten in Deutschland. Mit dem Quick-Check können Sie Ihre Möglichkeiten prüfen, in Deutschland zu arbeiten und zu leben.

Weitere hilfreiche Informationen zu den Themen „Arbeiten in Deutschland“, Visumspflicht, Aufenthaltstitel sowie Unterlagen für die Antragstellung finden Sie: