Wunderschöne Natur, gutes Essen und ein ganz spezielles Lebensgefühl: Bayern ist etwas ganz Besonderes. Heiterkeit und Gelassenheit mischen sich mit einer tüchtigen Portion Weitsicht und einem vorbildlichen Wirtschaftssinn.

Bayern zählt zu einem der ältesten Staaten Europas und obendrein einem der wirtschaftlich erfolgreichsten – darauf sind die Menschen, die hier leben, stolz. Zu Recht.

Eine Gruppe von Freunden in traditioneller bayerischer Tracht stößt mit Bierkrügen an. Im Hintergund ist eine Blaskapelle zu sehen.
Die Bayern lieben die Geselligkeit. Die Biergartentradition, das Dirndl und die Lederhose sind kein Klischee - sie sind lebendige und liebevoll gepflegte Kultur. © fotolia.com/dell

Modern und traditionell

Gemütlichkeit und wirtschaftliche Spitzenleistung, Eigensinn und Toleranz - die bayerische Lebensart verbindet Gegensätze auf ihre ganz eigene, leichte Weise. Dazu gehört auch, dass die Menschen hier Tradition und Moderne perfekt miteinander verbinden. Die bayerischen Trachten, seien es nun Lederhose oder Dirndl, prägen an Feiertagen das Bild in Dörfern und Städten.

Rituale, Tänze und Handwerkskunst werden von einer Generation an die nächste weiter gereicht und locken zahlreiche Besucher und Zuwanderer an. Sie alle erleben bayerische Kultur hautnah.

„Mir san mir“

Ja, die Menschen in Bayern sind ein bisschen eigensinnig - und nicht ohne Grund stolz darauf. Aber sie sind zugleich weltoffen, tolerant, herzensgut und liebenswürdig.

Die Bayern schätzen Ehrlichkeit und Geradlinigkeit. Es ist eine Offenheit, auf die man sich verlassen kann: Das einmal ausgesprochene Wort oder der Handschlag gelten als bindend.

Neben „Mir san mir“ drücken die Bayern ihr Lebensgefühl mit dem Wahlspruch „Leben und leben lassen“ aus. Das bedeutet, dass sie die eigene Lebensart ebenso wert schätzen wie sie die Eigenheiten von anderen akzeptieren.

Schmankerln

Keine Frage, zur bayerischen Lebensart zählt auch gutes Essen. Morgens eine noch warme Butterbreze, nachmittags ein Apfelstrudel und abends, zu Sauerkraut und Semmelknödeln, ein nach alter Tradition gebrautes Bier.

Jede Region hat ihre eigenen Spezialitäten: Die Oberbayern ihre Weißwürste, die Franken Lebkuchen, einen guten Wein und Blaue Zipfel (saure Würste mit Gewürzen) und Bayerisch Schwaben Zwetschgendatschi, Schupfnudeln oder Spätzle.

Eine typisch bayerische Brotmahlzeit auf einem Tablett. Im Hintergrund sitzen Menschen auf einer Bank im Biergarten.
Eine deftige und hochwertige Brotmahlzeit gehört zum geselligen Zusammensein dazu. ©fotolia.com/Kzenon

A bisserl g`mütlicher

Viele Bayern gehen die Dinge gerne etwas ruhiger und bedächtiger an. Vielleicht sprechen die Menschen hier deshalb auch so, wie es am bequemsten ist: Das deutsche Wort „ein" ist ihnen oft viel zu lang. Ob nun „eine Weißwurst" oder „ein Helles" - für jedes Geschlecht sagt der Bayer „a“.

Also „a Weißwurscht“ und „a Helles“. Von dem Verb „sind" bleibt dann nur noch ein „san“. Aus bayerischer Sicht geht das einfach flüssiger über die Lippen.

A Mass - das Maß aller Dinge

Ein Maß ist eine Maßeinheit und bezeichnet einen Liter. Wer „a Mass“ bestellt, erhält folglich einen Liter Bier in einem Henkelglas. Ein Bayer unterscheidet sich vom Nicht-Bayern dadurch, dass er das Glas mit einer statt mit beiden Händen halten kann.

Aber ob nun waschechter Bayer oder nicht - was zählt ist die Geselligkeit, und die kommt in keinem Biergarten und keinem der zahlreichen Wirtshäuser zu kurz.