„Notorisch wundervoll“ so nannte der Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Thomas Mann seine Wahlheimat Bayern. Recht hatte er.

Der Freistaat hat einiges zu bieten: Weltbekanntes genauso wie Unbekanntes, Kultur ebenso wie Natur. Im Herzen Europas überzeugt Bayern als liebenswerter Lebensraum und innovativer Wirtschaftsstandort.

Wen wundert es da, dass Bayern das beliebteste Bundesland der Deutschen, ein Lieblingsreiseziel der Bayern selbst wie auch von Touristen aus aller Welt und ein begehrtes Investitionsziel für internationale Unternehmen ist?

Das von König Ludwig II. erbaute Schloss Neuschwanstein vor einer dramatischen Himmelskulisse.
Das von König Ludwig II. erbaute Schloss Neuschwanstein beeindruckt sowohl von außen durch seine Lage als auch von innen durch seine prachtvolle Ausstattung. © iStockphoto.com/veratomankova

Höher, größer, älter - Bayern

Der Freistaat ist nicht nur das älteste, sondern mit einer Fläche von über 70.500 qm auch das größte Bundesland der Bundesrepublik Deutschland. In Bayern leben momentan über zwölf Millionen Menschen – und entgegen des Trends in anderen Industrieländern, wächst die Bevölkerung im Freistaat. Schon jetzt leben mehr Menschen in Bayern als in Österreich, Belgien, Ungarn oder Griechenland.

In Bayern kann man auch Deutschlands höchsten Punkt erreichen: Die Zugspitze bei Garmisch-Partenkirchen ist mit 2962 Metern der höchste Berg der Bundesrepublik.


Und ein weiteres Superlativ bietet der Freistaat: das größte und berühmteste Volksfest der Welt. Das Oktoberfest wird seit dem 12. Oktober 1810 jährlich auf der Theresienwiese in München gefeiert.

Ein Bundesland mit Tradition: Bayerische Geschichte

Bayern zählt zu den ältesten Staaten Europas, seine Geschichte reicht bis in das 6. Jahrhundert n. Chr. zurück. Lange Zeit war der heutige Freistaat ein mächtiges Herzogtum. Im 19. Jahrhundert erlebte Bayern als konstitutionelle Monarchie eine kulturelle und politische Blütezeit. Zahlreiche politische und soziale Reformen gingen damit einher. Nach dem ersten Weltkrieg prägte zunächst eine kommunistisch beherrschte Räterepublik die politische Landschaft Bayerns. Eine Verfassung mit parlamentarischer Demokratie trat erst 1919 für kurze Zeit in Kraft. Bereits wenig später verlor Bayern unter den Nationalsozialisten seine Eigenständigkeit wieder. Nach Ende des Nationalsozialismus nahmen die Bayern 1946 bei einem Volksentscheid die Verfassung für den heuten Freistaat an. Neben dem deutschen Grundgesetz regelt sie bis heute das Zusammenleben in Bayern.

Weiter Informationen über die bayerische Geschichte finden Sie auf der Website des Hauses der Bayerischen Geschichte.

Bayerns berühmte Töchter und Söhne – einige Beispiele

Bayern hat viele berühmte Töchter und Söhne. Ob nun Künstler, Politiker oder Forscher - hier geben wir Ihnen einen Überblick.

Kaiserinnen, Könige, Kirchenoberhäupter

Der bekannteste Bayer der Welt ist wohl der Märchenkönig Ludwig II. (1845 – 1886). Neben vielen anderen Baudenkmälern ließ er das weltberühmte Schloss Neuschwanstein bauen.

Nur wenigen ist Elisabeth Amalie Eugenie, Herzogin in Bayern (1837 - 1898) ein Begriff. Weltbekannt ist sie aber unter ihrem Spitznamen: Sissi. Mit 16 Jahren heiratete sie Franz Joseph, Kaiser von Österreich und (ab 1867) König von Ungarn. Elisabeth wurde auf Grund ihrer Schönheit bewundert und das Volk setzte aufgrund ihrer liberalen Art große Hoffnungen in die Monarchin.

Vom 19. April 2005 bis 28. Februar 2013 hatten die über 1,1 Milliarden Katholiken ein Kirchenoberhaupt aus Bayern: Papst Benedikt XVI (geboren 1927). Er stammt aus dem idyllischen niederbayerischen Örtchen Marktl am Inn.

Sportlich, innovativ - oder beides zusammen

NBA-Titelgewinner und MVP (Most Valuable Player, deutsch: wertvollster Spieler) des Jahres 2011 - Dirk Nowitzki hat erreicht, was jeder Basketballer erreichen will. Geboren wurde der 2,13 Meter große Franke in Würzburg. In Amerika nennen sie ihn nur: „German Wunderkind“.

„Adidas“ und „Puma“ - die beiden Sportartikelmarken kommen eigentlich aus einem Hause - oder besser gesagt: ihre Begründer, die Brüder Adolf  (1900 - 1979) und Rudolf Dassler (1898 - 1974) aus Herzogenaurach in Franken. Anfangs arbeiteten sie gemeinsam in der Firma „Gebrüder Dassler“, doch nach dem 2. Weltkrieg teilte sich das Unternehmen. Heute zählen sowohl Adidas als auch Puma zu zwei der bekanntesten Marken weltweit.

Sein Name steht für eine Jeanshose: Levi Strauss. Ohne den aus dem fränkischen Buttenheim stammenden Bayer würde es die Jeans nicht geben. Er hatte die revolutionäre Idee, als ihm auffiel, dass die Goldgräber häufig kaputte Hosen trugen.

Denker, Forscher, Neudenker

Vorbild und Namensgeber der Fraunhofer Gesellschaft ist der Niederbayer Joseph von Fraunhofer (1787 - 1826). Er begründete zu Beginn des 19. Jahrhunderts den wissenschaftlichen Fernrohrbau. Fraunhofer verband dabei exakte wissenschaftliche Arbeit mit praktischer Anwendung für neue innovative Produkte.

Werner von Siemens (1816 – 1892), der Gründer des heutigen Weltkonzerns Siemens, war nicht nur ein bayerischer Unternehmer, er schrieb auch mit Erfindungen wie der Galvanotechnik oder dem Zeigertelegraphen Industriegeschichte.

Der erste Nobelpreisträger für Physik lebte in Bayern: 1895 entdeckte der Wahlmünchner Wilhelm Conrad Röntgen (1845 – 1923) die Röntgenstrahlen. Die moderne Strahlenmedizin arbeitet noch heute auf Basis seiner Erfindung.

Dichter, Musiker und Maler

Als erster Künstler kennzeichnete Albrecht Dürer (geb. 21. Mai 1471 in Nürnberg) seine Grafiken systematisch mit einem Monogramm. Den Maler, Grafiker, Mathematiker und Kunsttheoretiker ahmten bald schon viele Künstler nach. Zu seinen weltbekannten Werken gehören der „Feldhase“, die „Betenden Hände“, „Ritter, Tod und Teufel“ oder „Melencolia I“.

Ob nun Salome, Elektra, der Rosenkavalier oder Adriane auf Naxos - Opernbesucher kennen die Werke des Komponisten Richard Strauss (1864 - 1949) - einem der bedeutendsten des 19. und 20. Jahrhunderts.

Augsburg ist die Geburtsstadt des Dramatikers Bertold Brecht (1898 - 1956). Er gilt als Begründer des epischen Theaters. Sein bekanntestes Werk ist  „Die Dreigroschenoper". Während der Zeit des Nationalsozialismus lebte Bertold Brecht im Exil.