Schulen und Kinderbetreuung

Wissen, Werte und Kompetenzen in vielen Bereichen - die bayerischen Schulen legen Wert auf die fachliche Bildung junger Menschen. Im Mittelpunkt steht dabei immer auch die Persönlichkeit des Kindes.

Damit Kinder und Jugendliche sich gut entfalten können, ist das Schulsystem breit gefächert und ermöglicht es ihnen, ihr persönliches Bildungsziel auf verschiedenen Wegen zu erreichen.

Eine Lehrerin beugt sich hinunter zu einem Kind am Tisch im Klassenzimmer, um ihm bei einer Aufgabe zu helfen.
Das bayerische Schulsystem ist differenziert und bietet dadurch jedem Kind die Möglichkeit, sich persönlich bestmöglich zu entwickeln. © fotolia.com/contrastwerkstatt

Die Basis: die Grundschule

In Bayern gilt – wie in ganz Deutschland – die Schulpflicht. Die erste Klasse einer Grundschule müssen grundsätzlich alle Kinder besuchen, die bis zum 30. September eines Jahres sechs Jahre alt werden. Hier lernen sie vier Jahre lang Lesen, Schreiben, Rechnen und Sachkunde. Außerdem entwickeln sich die Kleinen als Persönlichkeit weiter.

Am Ende des dritten Schuljahres entscheiden die Kinder gemeinsam mit ihren Eltern und Lehrern, welche weiterführende Schule für sie in Frage kommt. Nach dem vierten Schuljahr gibt es dann unterschiedliche Möglichkeiten: das Gymnasium, die Realschule, bzw. eine Mittel- oder Hauptschule.

Der direkte Weg zum Studium: das Gymnasium

Das Gymnasium ist der anspruchsvollste, dafür aber auch der direkteste Weg zum Abitur, dem höchsten Schulabschluss in Bayern. Mit dem Abitur können sich junge Menschen direkt an einer Hochschule oder Universität bewerben, wenn sie die weiteren Anforderungen erfüllen.
Die Gymnasiasten erhalten acht Jahre lang eine breite Allgemeinbildung. Die Lehrer ermutigen die Schüler, selbstständig zu arbeiten und zu lernen und fördern sie gleichzeitig mit kind- und jugendgerechten Angeboten.

Nahe an der Praxis: die Mittelschule

In Bayern wurden zum Schuljahr 2011/2012 fast alle Haupt- zu Mittelschulen umgewandelt. Die Mittelschule umfasst die Jahrgangsstufen 5 bis 9 bzw. 5 bis 10. Dank ihres stark an der beruflichen Praxis orientierten Lehrplanes bietet die Mittelschule eine gute Basis für viele Ausbildungsberufe.

 

Die Mittelschule fördert alle Schüler individuell und differenziert: Sie legt Wert darauf, dass möglichst alle Kinder und Jugendlichen einen Abschluss erreichen. Die Mittelschule bietet verschiedene Abschlüsse. Eine Übersicht findet sich hier. Nach Abschluss einer Mittel- oder Hauptschule können die Absolventen eine Berufsschule oder eine andere weiterführende Schule besuchen.

Ein Sprungbrett: die Realschule

Auf der Realschule erhalten Schüler vor allem eine fundierte Allgemeinbildung und Grundkenntnisse für die Berufsausbildung. Die Realschule macht Schüler im Zuge eines mittleren Schulabschlusses fit für den Beruf.

Sie ermöglicht ihnen aber auch, nach der 10. Klasse auf die Fachoberschule zu wechseln und ist dadurch ein gutes Sprungbrett für alle, die sich erst später entscheiden, dass sie studieren möchten.

Die Wirtschaftsschule

Eine Besonderheit des bayerischen Schulsystems ist die Wirtschaftsschule.

Sie ist eine berufsvorbereitende Schule, die neben einer guten Allgemeinbildung fachliche Kompetenzen im Bereich Wirtschaft und Verwaltung vermittelt und mit dem mittleren Schulabschluss endet.

Internationale Schulen

Wenn Ihre Kinder bereits einige Jahre in Ihrer Heimat zur Schule gegangen sind und Sie planen, eventuell dorthin zurück zu kehren, könnte eine internationale Schule sinnvoll sein. Eine Übersicht und die Adressen aller Internationalen Schulen in Bayern finden Sie hier:


Internationale Schulen in Bayern

Schulfinder und Terminübersicht

Das Bayerische Kultusministerium bietet einen guten Überblick über das bayerische Schulsystem.

Mit einem Schulfinder können Sie eine Schule in Ihrer Nähe, eine Schulart sowie konkrete Bildungsangebote suchen. Dabei ist zu beachten, dass für die Grundschule sowie für die Haupt- und Mittelschulen die Zuteilung Ihrer Schule nach dem Wohnort erfolgt, es also keine Wahlmöglichkeit gibt.

Hier finden Sie auch eine Übersicht der Ferien, Einschreibungs-, Anmelde- und Prüfungstermine nach Schularten im Überblick.

Betreuung nach der Schule

Nach dem Unterricht bieten viele Schulen eine Nachmittagsbetreuung an. Die Angebote sind dabei sehr unterschiedlich und richten sich sowohl nach den Bedürfnissen der Eltern, als auch nach den Möglichkeiten der Schule wie zum Beispiel:

Das bayerische Schulsystem: Einige Grundlagen

Schulpflicht

In Deutschland müssen Kinder mindestens zwölf Jahre lang zur Schule gehen. Eine Ausbildung und damit der Besuch einer Berufsschule, können darin inbegriffen sein. Schulpflicht bedeutet auch, dass Eltern dazu verpflichtet sind, ihre Kinder in die Schule zu schicken.

Vorher müssen Sie mit Ihrem Kind zu einer schulärztlichen Untersuchung, bei der ein Arzt die Schultauglichkeit feststellt. Erst dann können Sie Ihr Kind an einer Schule anmelden. Das müssen Sie persönlich, zu einem festgelegten Termin, tun.

Zeugnisse und Noten

Nach der Hälfte eines Schuljahres erhalten die Schüler in Bayern ein Zwischenzeugnis und zum Ende ein Jahreszeugnis. Darin sind ab dem Jahreszeugnis der 2. Jahrgangsstufe die Noten Ihres Kindes in den einzelnen Fächern vermerkt, hinzu können individuelle Vermerke der Lehrer kommen. Es gibt Noten von 1 bis 6, wobei eine 1 für „sehr gut“ steht, und die 6 die schlechteste Note, „ungenügend“ ist.

Hilfe und Beratung bei Schulproblemen bieten Lehrer, Beratungslehrer, Schulpsychologen und weitere Ansprechpartner. Hilfe bietet zum Beispiel auch die „Nummer gegen Kummer".