Die gesetzliche Sozialversicherung gehört zu den Grundlagen des Sozialstaates und umfasst die folgenden Versicherungszweige:

  • Arbeitslosenversicherung
  • Rentenversicherung
  • Krankenversicherung
  • Unfallversicherung
  • Pflegeversicherung

Arbeitgeber und Arbeitnehmer bezahlen die Beiträge – mit wenigen Ausnahmen – je zur Hälfte. Zur gesetzlichen Unfallversicherung übernimmt zum Beispiel der Arbeitgeber die Beiträge allein.

Ein Kind ist mit seinem Vater beim Arzt und hält seinen Teddy im Arm, während eine junge Ärztin etwas erklärt.
Bayern bietet eine gute gesundheitliche Versorgung. Das garantiert auch die Sozialversicherung, eine der Grundlagen des Sozialstaates. © shutterstock/wavebreakmedia

Arbeitslosenversicherung

Arbeitnehmer und Auszubildende, die einer bezahlten Beschäftigung nachgehen, müssen im Regelfall in der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung sein. Für bestimmte Tätigkeiten oder bei geringfügiger Beschäftigung gibt es Ausnahmen.

Mit den Beiträgen aus der Arbeitslosenversicherung sichert die Bundesagentur für Arbeit den Lebensunterhalt von Arbeitslosen in Form von Arbeitslosengeld. Außerdem bietet sie Hilfen zur Wiedereingliederung in den Beruf an.

Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung bietet Unterstützung durch Leistungen zur Rehabilitation sowie Rentenzahlungen im Alter, aber auch bei Erwerbsminderung oder nach dem Tod des Ehepartners.

Arbeitnehmer sind bis auf wenige Ausnahmen versicherungspflichtig, in manchen Fällen auch Selbstständige. Wer nicht versicherungspflichtig ist, kann sich in der Regel auch freiwillig in der gesetzlichen Rentenversicherung versichern.

Krankenversicherung

Die gesetzliche Krankenversicherung sichert die gesundheitliche Versorgung ihrer Versicherten. Sie übernimmt zum Beispiel Arzt- und Krankenhauskosten und zahlt das Krankengeld bei Arbeitsunfähigkeit.

Eine Besonderheit der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland ist die Familienversicherung: Danach sind Ehepartner und eingetragene Lebenspartner sowie Kinder unter bestimmten Voraussetzungen beitragsfrei mitversichert.

Arbeitnehmer sind bis zu einem bestimmten Jahresarbeitsentgelt in der Regel versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung. Diese Entgeltgrenze wird jährlich neu festgelegt.

Im Jahr 2012 lag sie bei 50.850 Euro. Aber auch wer in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht versicherungspflichtig ist, muss einen Krankenversicherungsschutz haben: Dies kann eine freiwillige Versicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung sein, für die besondere Bedingungen gelten, oder Sie schließen eine private Krankenversicherung bei einem Versicherungsunternehmen ab. Ein späterer Wechsel von einer privaten Krankenversicherung zurück zu einer gesetzlichen Krankenkasse ist grundsätzlich ausgeschlossen.

Über krankenversicherungsrechtliche Fragen im über- und zwischenstaatlichen Bereich berät die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland.

Unfallversicherung

Arbeitnehmer, aber zum Beispiel auch Schüler und Auszubildende sind, unabhängig von ihrem Einkommen, in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert.

Sie versichert die Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten und umfasst Leistungen wie

  • Heilbehandlung
  • Rehabilitation
  • Rentenzahlungen
  • Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten
  • Vermeidung von arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren.

Unfälle im privaten Bereich fallen dagegen grundsätzlich nicht unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

Pflegeversicherung

Wenn ein Mensch aufgrund einer Krankheit oder einer Behinderung pflegebedürftig wird, greift die soziale Pflegeversicherung und deckt einen Teil der Pflegekosten ab. Sie umfasst Hilfsleistungen, wie zum Beispiel Pflegegeld oder Pflegekurse für Angehörige. Wer in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig ist, gehört automatisch auch der sozialen Pflegeversicherung an.

Freiwillige Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse sind ebenfalls versicherungspflichtig in der sozialen Pflegeversicherung, können sich jedoch unter bestimmten Voraussetzungen von dieser Pflicht befreien lassen, wenn sie sich privat pflegeversichern. Wer privat krankenversichert ist, muss eine private Pflegeversicherung abschließen.

 

Nützliche Links

Alle Sozialversicherungen finden Sie im Überblick unter www.deutsche-sozialversicherung.de.

Informationen zu sozialen Hilfen, Leistungen und Rechten bietet auch die Sozial-Fibel.

Informationen und Links zu Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Unfallversicherung, Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung finden Sie auch auf den Internetseiten der zuständigen Bundesministerien:
Krankenversicherung
Pflegeversicherung
Rentenversicherung
Unfallversicherung
Arbeitsmarkt

Bei Fragen können Sie sich auch an Ihren jeweiligen Versicherungsträger wenden.

Darüber hinaus haben das
Bundesministerium für Gesundheit und das
Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Bürgertelefone eingerichtet, an die Sie sich ebenfalls wenden können.