Der Arbeitsvertrag ist unterschrieben, der Mietvertrag ebenfalls - jetzt steht dem Umzug nichts mehr im Wege. Oder doch? Sie müssen an einiges denken. Hier eine kleine Checkliste, die Ihnen hoffentlich hilft.

Vier junge Menschen packen lachend Umzugskisten in einen Möbelwagen.
Ein Umzug mit guten Freunden macht Spaß - aber er sollte auch gut geplant und vorbereitet sein. ©iStockphoto.com/LifesizeImages

Mindestens drei Monate vor dem Umzug

  • Kündigen Sie Ihren alten Mietvertrag fristgerecht. Normalerweise beträgt die Kündigungsfrist für unbefristete Mietverträge drei Monate.
  • Überlegen Sie, welche Möbel Sie mitnehmen wollen. Wenn Sie nicht mit Ihrer kompletten Einrichtung umziehen wollen, können Sie diese bei Umzugsspeditionen übergangsweise einlagern. Oder Sie verkaufen alte Möbel, die Sie nicht mehr brauchen.
  • Prüfen Sie in Ihrem Mietvertrag oder sprechen Sie mit dem Vermieter, welche Reparaturen Sie in der alten Wohnung vornehmen müssen.
  • Planen Sie die Renovierungsarbeiten in der neuen Wohnung.
  • Holen Sie Angebote von Umzugsspeditionen ein oder fragen Sie Freunde und Bekannte, ob Sie beim Umzug helfen.
  • Sie können auch einen Umzugshelfer engagieren. Adressen von Agenturen, die Hilfskräfte für kurzfristige Einsätze vermitteln, gibt es im Internet.
  • Beantragen Sie rechtzeitig Urlaub. Ein gesetzlicher Anspruch auf Sonderurlaub besteht zwar nicht, fragen lohnt sich aber.
  • Wenn Sie Kinder haben, kümmern Sie sich rechtzeitig um einen neuen Kindergartenplatz oder eine neue Schule und melden Ihre Kinder dort an.
  • Kündigen Sie Ihren Kabel-, Telefon- oder Internetanschluss oder informieren Sie Ihren Anbieter über Ihren Umzug. Mitunter zieht der Anbieter gerne mit um. Das spart Ihnen oftmals einige Wochen Wartezeit auf den neuen Anschluss.
  • Informieren Sie die Stadtwerke über Ihren Umzug und vereinbaren Sie einen Termin zum Ablesen der Zählerstände. Wenn Sie von einem anderen Versorger Strom beziehen, teilen Sie diesem den Zählerstand zum Tag des Auszugs und Ihre neue Adresse mit.

Einen Monat vor dem Umzug

  • Teilen Sie Ihre neue Adresse nicht nur Freunden, Bekannten und Verwandten sondern auch Behörden, der Bank, der Krankenkasse, Versicherungen, Zeitungs- oder Zeitschriftenverlagen, Festnetz- und Mobilfunkanbietern, der GEZ und Vereinen mit.
  • Wenn Sie keine Spedition beauftragen, sondern einen Möbeltransporter mieten wollen, holen Sie Angebote bei verschiedenen Autovermietungen ein und reservieren ein Fahrzeug für den Umzugstag.
  • Messen Sie die Breite der Türen und Treppenhäuser sowie von Fahrstühlen aus, um sicher zu stellen, dass alle Möbel in die Wohnung transportiert werden können.
  • Überprüfen Sie Ihre Hausrats- und Haftpflichtversicherung und lassen sie auf die neue Wohnung umschreiben.

Zwei Wochen vor dem Umzug

  • Klären Sie die Heizkostenabrechnung mit Ihrem bisherigen Vermieter. Eine Abrechnung kann bis zu einem Jahr nach der Abrechnungsperiode erstellt werden.
  • Falls Sie den Umzugswagen nicht problemloses vor dem Haus parken können, beantragen Sie eine Ausnahmegenehmigung oder eine mobile Halteverbotszone. Das können sie direkt über die Spedition tun oder bei der zuständigen Gemeinde beantragen.
  • Vereinbaren Sie mit Ihrem bisherigen Vermieter einen Termin zur Wohnungsübergabe.
  • Besorgen Sie ausreichend Verpackungsmaterial wie Umzugskisten, Luftpolsterfolie, Decken sowie Transporthilfen.
  • Stellen Sie einen Nachsendeantrag bei der Deutschen Post.

Eine Woche vor dem Umzug

  • Verpacken Sie alles, was Sie bis zum Umzug nicht mehr benötigen und beschriften Sie die Kartons mit Inhalt und dem Raum, in den sie sollen.
  • Denken Sie daran, Ihre Tiefkühltruhe oder das Tiefkühlfach abzutauen.
  • Lassen Sie sich die Termine von Helfern, der Spedition, Handwerkern und anderen Helfern, wie dem Babysitter, bestätigen.

Einen Tag vor dem Umzug

  • Packen Sie die letzten Sachen in Kartons, verpacken Sie Ihre Pflanzen umzugssicher und verpacken Sie Putzutensilien wie Staubsauger, Besen, Feger, Kehrblech und Wischer separat, um sie schnell parat zu haben.
  • Packen Sie die Sachen, die Sie am ersten Tag in Ihrer neuen Wohnung benötigen in eine Kiste oder einen Koffer.
  • Wenn Sie Ihren Umzug in Eigenregie abwickeln und einen Möbeltransporter gemietet haben, holen Sie ihn rechtzeitig ab und machen noch eine Probefahrt.
  • Besorgen Sie ausreichend Verpflegung für die Umzugshelfer.
  • Verpacken Sie Wertsachen und persönliche Unterlagen separat und bringen Sie diese persönlich in die neue Wohnung.

Der Umzugstag

  • Wenn alles im Umzugswagen verpackt ist, reinigen Sie die alte Wohnung, bevor Sie sie an den Vermieter übergeben.
  • Kontrollieren Sie, ob Sie in der alten Wohnung nichts vergessen haben.
  • Gehen Sie mit Ihrem alten Vermieter die komplette Wohnung durch und notieren Sie Schäden im Übergabeprotokoll, halten Sie auch die Zählerstände von Gas, Wasser, Strom und Heizung fest und lassen es unbedingt vom Vermieter unterschreiben. Übergeben Sie die Schlüssel und lassen sich die Übergabe bestätigen.

Die Luxus-Variante: Relocation-Firmen

Umzugsservice-Agenturen kümmern sich um den kompletten Umzug und ersparen Ihnen somit eine Menge Zeit. Sie organisieren alles - von der Wohnungssuche, über Verhandlungen mit Maklern und Vertragsabschluss, Möbeltransport, Behördengänge bis hin zur Kindergarten- und Schulsuche.

Relocation Services finden Sie im Telefonbuch oder den Gelben Seiten der jeweiligen Stadt.

Tipps:

  • Fragen Sie bei einem beruflich bedingten Umzug Ihren neuen Arbeitgeber, ob er sich an den Umzugskosten beteiligt.
  • Sammeln Sie im Falle eines berufsbedingten Umzugs alle Belege, da Sie fast alle Ausgaben als Werbungskosten in der Steuererklärung geltend machen können.